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Sprachexperte: Verb "wulffen" hat zwei Bedeutungen
von 16:22 Uhr
In
Deutschland hat sich seit der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff
ein neues Verb ausgebreitet: "wulffen". Laut dem Sprecher des "Vereins
Deutsche Sprache", Holger Klatte, haben sich mittlerweile zwei leicht
unterschiedliche Bedeutungen herauskristallisiert, die beide wenig
schmeichelhaft sind. Einerseits stehe "wulffen" dafür, jemandem den
Anrufbeantworter vollzureden. Andererseits bedeute "wulffen" aber auch,
dass man nicht die Wahrheit sage, aber auch nicht direkt als Lügner
darstehen wolle. Das Wort habe sich direkt nach dem großen
Fernsehinterview mit Wulff in der vergangenen Woche verbreitet.
Neu
sei diese Art der Wortneuschöpfung aber nicht. Auch die Verben
pasteurisieren, röntgen und morsen hätten Personen als Grundlage. In den
vergangenen Jahren seien mehrfach relativ kurzlebige Verben entstanden,
die sich auf eine bestimmte Eigenschaft von Prominenten beziehen, wie
etwa "abwaigeln" oder "guttenbergen". Verben wie "hartzen" nach dem auch
als Hartz IV bekannten Arbeitslosengeld II oder "riestern" für die
Altersvorsorge seien dagegen wahrscheinlich langlebiger...
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Quelle: Deutschlandradio