Sonntag, 14. April 2013

Selbst gestaltete Postkarte aus dem Jahr 1996

Links: Innenseite
Rechts: Außenseite


Samstag, 13. April 2013

Neue Stadtbahnlinie

Heute morgen 7:53 Uhr fotografiert. Man sieht den Verlauf der neuen Linie, die aufgrund von Stuttgart 21 benötigt wird. Das schöne Licht zeigte sich leider nur ein bis zwei Minuten. Es zog zu und begann zu regnen.





Mein Dank gilt der 24 Stunden-Regel und dem Allmächtigen!

Mittwoch, 10. April 2013

Tanzverbot am Karfreitag

Die Piratenpartei veranstaltete eine Tanz-Demo am Karfreitag.
War mit der Kamera dabei.


Zeitungsartikel war:

Grün-Rote Jugend will Tanzverbot kippen
Stuttgart - Region Stadt Land Baden-Württemberg
dpa, 27.03.2013 08:42 Uhr

Keiner muss zu Ostern in die Kirche. Und keiner darf an Ostern tanzen. Zumindest laut Gesetz.


Leserbriefe zum Artikel

MRZ
27
Jürgen, 09:27 Uhr

Habe den Artikel nicht gelesen

Wenn es am Karfreitag einen Tanz-Flashmob auf dem Schlossplatz geben sollte, werde ich eine Packung mit 10 frischen Eiern mitnehmen, mich unter das Tanzvolk mischen und jedes Ei auf einem Kopf zerschlagen... Das ganze Jahr über kann man machen was man will. Ich bin Christ. Unsere abendländische Kultur ist christlich geprägt. Und an den Feiertagen möchte ich mit meinem Glauben respektiert werden!


MRZ
27
Hans Riemenschnitter, 12:32 Uhr

@Jürgen

Lieber Jürgen, ich respektiere Deinen Glauben, ich respektiere auch dass Du an Ostern aus Respekt vor Deinem Gott nicht feiern und tanzen willst, aber ich glaube nicht an Deinen Gott - ich bin überhaupt nicht gläubig. Das bitte ich Dich genauso zu respektieren. Ich denke im Christentum wird Toleranz gepredigt, also dann sollt ihr Christen doch auch diese Toleranz leben und nicht allen, auch den nichtgläubigen, euren Glauben aufzwingen - das ist nämlich intolerant! Ja, unsere Gesellschaft ist christlich geprägt, aber deswegen ist Respekt, Toleranz und Nächstenliebe weder von den Christen gepachtet, noch deren Erfindung. Es wäre aber schon mal ein Anfang, wenn die Christen diese Werte leben und die Wertvorstellungen anderer Menschen akzeptieren und nicht mit so unsinnigen Tanzverboten nicht- und andersgläubige zu unterwerfen.

Schöne Ostern! Hans
 

MRZ
27
Denker74, 12:22 Uhr

Toleranz

Sehr geehrter Jürgen, es ist Ihnen unbenommen die österlichen Tage so zu verbringen wie Sie es wünschen, gerne mit Beten, Kirchbesuchen und Besinnung. Das hat jeder zu respektieren und daran will auch niemand rütteln. Aber genauso wie Sie nicht dazu gezwungen werden wollen und können am Karfreitag an einer Party teilzunehmen so wenig steht es Ihnen zu anderen, ebenso freien Bürgern dieses Landes, vorzuschreiben wie diese die Feiertage zu verbringen haben. Die eigene Freiheit endet dort wo sie die Freiheit der Anderen beschneidet.

MRZ
27
Boris B., 12:02 Uhr

Was wollen Sie, @Jürgen ?????

Wollen Sie mir vorschreiben, was ich am Karfreitag zu machen habe und was nicht ??! Mit welchem Recht ? ich muß Samstags arbeiten. Und das seit dreißig Jahren. Wenn Sie beten wollen, beten Sie. Wenn Sie den Karfreitig zu Hause feiern wollen, feiern Sie. Aber niemand hat das Recht, mir aus religiösen Gründen die Stimmung an einem Freitag Abend zu vermiesen. Das lasse ich mir nicht länger gefallen. Wir leben hier nicht im Bibelgürtel der USA.

MRZ
27
Don65, 11:57 Uhr

Habe den Artikel gelesen

Und welchen Schaden nimmt Ihr Glaube, respektive welcher Nichtrespekt zeigt sich gegenüber Ihrem Glauben, wenn an Feiertagen an Lokalitäten, die Sie nicht frequentieren und wo sie es nicht sehen, getanzt wird?

MRZ
27
bekien, 11:47 Uhr

Jawohl

Regeln und Rituale sind dafür da, eingehalten und gepflegt zu werden. Die Jugend sollte das nicht nur gelernt sondern auch vorgelebt bekommen. Es ist an der Zeit, etwas härter durch zu greifen und nicht bei allem und jedem was modern erscheint nachzugeben und passend zu Ostern ein "Weichei" zu spielen! Alles zu seiner Zeit, den wir haben nun mal nicht Karneval oder Sylvester, auch wenn es manchem nur ein "Ach Manno" aus dem Herzen gebären mag!

MRZ
27
Bildungsfreund, 18:47 Uhr

"Sine ira et studio" währt am längsten. Unsere Feiertage sind schützenswerte Kulturgüter, egal ob man mit ihren religiösen Hintergründen persönlich etwas anfangen kann oder nicht. Trotzdem, wenn nicht gerade deshalb ist der Umgang mit Feiertagen einer der Gradmesser für die Kultiviertheit einer Gesellschaft. Was aber ist Kultur? Und was sind Kulturgüter? Das lateinische Verb «colere», von dem sich der Begriff Kultur herleitet, bedeutet ursprünglich «(den Ackerboden) bebauen» und «pflegen». Der Satz in 1. Mose 2,15: «Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte» ist als früher Kulturauftrag an den Menschen zu verstehen. Um diesen «Auftrag» - aus rein wissenschaftlicher Sicht könnte man auch von einer «Erfordernis» sprechen - erfüllen zu können, muss der Mensch das Naturwüchsige in sich selbst «bebauen» und «pflegen», sein Herz und seinen Verstand «bilden», genauer gesagt: Er muss Herr seiner Triebe und Leidenschaften werden und dazu auch seinen Geist, mit dem er von Natur aus ausgestattet ist, bemühen, denn nicht als Einzel-, sondern als geselliges Wesen wurde er in die Welt gestellt. Wäre jeder dem anderen ein Wolf («homo homini lupus»), hätte er als Gattung keine Überlebenschance. Darum und um nichts anderes ging und geht es Religionen zu allen Zeiten. Kulturgüter sind damit alle diejenigen Dinge und Einrichtungen, die der Mensch zu diesem Zweck erschafft. Die höchsten Kulturgüter sind dabei diejenigen, die nicht nur dem reinen Überleben, sondern der Selbstverwirklichung des Menschen als geistiges und schöpferisches Wesen geschuldet sind, man denke nur an die großen Kunstwerke von Malern, Bildhauern, Dichtern und Musikern, aber auch Tänzern, die diese Bewegungskunst zu höchsten Höhen geführt haben (nicht zum Abrocken, sondern zur Stillung eines geistig-ästhetischen Hungers). Einen kultivierten Menschen erkennt deshalb an seinen Manieren (empathisch, rücksichtsvoll, aufgeschlossen) und an seinem (elaborierten) Geschmack. Ein gebildeter Atheist wird es als geschmacklos empfinden, mit röhrendem Auspuff an einer Kirche, einer Synagoge oder einer Moschee, in der gerade ein Gottesdienst abgehalten wird, vorbeizurauschen. Umgekehrt wird ein gebildeter Christ, Jude oder Muslim einem Atheisten mit dem gleichen Anstand begegnen, wie er dies bei Seinesgleichen tut. Kulturgüter, und zu denen gehören auch Feiertage mit religiösem Hintergrund, verbinden gebildete Atheisten und gebildete religiöse Menschen mehr als dass sie sie trennen. - P.S.: Ich habe gestern das Albert-Schweizer-Zitat nicht ganz korrekt wiedergegeben. Hier die berichtigte Fassung: «Die Wahrheit hat keine Stunde, ihre Zeit ist immer und gerade dann, wenn sie am unzeitgemäßesten scheint.»

(Albert Schweitzer, Zwischen Wasser und Urwald, S. 167)



MRZ
27
Atheist, 12:57 Uhr Tanzen ist doch etwas positives
Tanzen gegen das Tanzverbot find ich gut, man kann doch nicht ernsthaft einen Staat wollen, der aufgrund von religiösen Ansichten andere bevormundet. Es wird sich wahrscheinlich um diese Aktion um 14Uhr handeln https://www.facebook.com/events/232880400184165 Do the Harlem Shake ;-)


MRZ
27
Historiker, 14:17 Uhr

Sind Zeitgemäßheit und der Wille einer Bevölkerungsmehrheit verbindliche Maßstäbe?Zeitgemäß ist, was die Mehrheit der Bevölkerung will. Was die Mehrheit der Bevölkerung will, ist richtig. Also ist das Zeitgemäße richtig. 1933 wollte die Mehrheit der Bevölkerung Adolf Hitler als Reichskanzler. Das war zeitgemäß und damit richtig. Oder vielleicht doch nicht? So viel zu den Tücken, mit dem Begriff "zeitgemäß" zu argumentieren.

MRZ
27
Seneca Aquileiensis, 21:57 Uhr

Wir amüsieren uns noch zu Tode.

Das feindselige, bisweilen gar zynische atheistische Gebaren einiger Foristen erinnert mich stark an Zeiten, in denen es staatlich verordneten Atheismus mit all seinen verheerenden, menschenverachtenden Folgeerscheinungen gab und noch gibt (z.B. in Nordkorea). So ähnlich muss es auch in Sodom und Gomorrha zugegangen sein; was im Alten Testament als Strafgericht Gottes dargestellt wird, war historisch gesehen eine selbstverschuldete Selbstauslöschung. Aber es ist ja "zeitgemäßer", sich bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit bis zur Besinnungslosigkeit zu vergnügen als sich Rechenschaft abzulegen für den Sinn und Unsinn des eigenen Tuns und Lassens.

MRZ
29
Bildungsfreund, 18:47 Uhr

"Sine ira et studio" währt am längsten.

Unsere Feiertage sind schützenswerte Kulturgüter, egal ob man mit ihren religiösen Hintergründen persönlich etwas anfangen kann oder nicht. Trotzdem, wenn nicht gerade deshalb ist der Umgang mit Feiertagen einer der Gradmesser für die Kultiviertheit einer Gesellschaft. Was aber ist Kultur? Und was sind Kulturgüter? Das lateinische Verb «colere», von dem sich der Begriff Kultur herleitet, bedeutet ursprünglich «(den Ackerboden) bebauen» und «pflegen». Der Satz in 1. Mose 2,15: «Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte» ist als früher Kulturauftrag an den Menschen zu verstehen. Um diesen «Auftrag» - aus rein wissenschaftlicher Sicht könnte man auch von einer «Erfordernis» sprechen - erfüllen zu können, muss der Mensch das Naturwüchsige in sich selbst «bebauen» und «pflegen», sein Herz und seinen Verstand «bilden», genauer gesagt: Er muss Herr seiner Triebe und Leidenschaften werden und dazu auch seinen Geist, mit dem er von Natur aus ausgestattet ist, bemühen, denn nicht als Einzel-, sondern als geselliges Wesen wurde er in die Welt gestellt. Wäre jeder dem anderen ein Wolf («homo homini lupus»), hätte er als Gattung keine Überlebenschance. Darum und um nichts anderes ging und geht es Religionen zu allen Zeiten. Kulturgüter sind damit alle diejenigen Dinge und Einrichtungen, die der Mensch zu diesem Zweck erschafft. Die höchsten Kulturgüter sind dabei diejenigen, die nicht nur dem reinen Überleben, sondern der Selbstverwirklichung des Menschen als geistiges und schöpferisches Wesen geschuldet sind, man denke nur an die großen Kunstwerke von Malern, Bildhauern, Dichtern und Musikern, aber auch Tänzern, die diese Bewegungskunst zu höchsten Höhen geführt haben (nicht zum Abrocken, sondern zur Stillung eines geistig-ästhetischen Hungers). Einen kultivierten Menschen erkennt deshalb an seinen Manieren (empathisch, rücksichtsvoll, aufgeschlossen) und an seinem (elaborierten) Geschmack. Ein gebildeter Atheist wird es als geschmacklos empfinden, mit röhrendem Auspuff an einer Kirche, einer Synagoge oder einer Moschee, in der gerade ein Gottesdienst abgehalten wird, vorbeizurauschen. Umgekehrt wird ein gebildeter Christ, Jude oder Muslim einem Atheisten mit dem gleichen Anstand begegnen, wie er dies bei Seinesgleichen tut. Kulturgüter, und zu denen gehören auch Feiertage mit religiösem Hintergrund, verbinden gebildete Atheisten und gebildete religiöse Menschen mehr als dass sie sie trennen. - P.S.: Ich habe gestern das Albert-Schweizer-Zitat nicht ganz korrekt wiedergegeben. Hier die berichtigte Fassung: «Die Wahrheit hat keine Stunde, ihre Zeit ist immer und gerade dann, wenn sie am unzeitgemäßesten scheint.» (Albert Schweitzer, Zwischen Wasser und Urwald, S. 167)

MRZ
29
Hermann Axen, 15:32 Uhr

Kirche als Totengräber

Die Kirchen, vornedran die evangelische, trifft auch eine maßgebliche Mitschuld daran, dass unsere schöne atheistische DDR, die sich das Glück des Menschen zum obersten Staatsziel gesetzt hatte, zerstört wurde. Hätte man sie doch viel rigoroser unterdrückt, bevor es zu spät war!


MRZ
29
Jörg Rupp, 14:52 Uhr

Tanz

ist eine der ältesten Formen des Gebets.

MRZ
29
Historiker, 14:17 Uhr

Sind Zeitgemäßheit und der Wille einer Bevölkerungsmehrheit verbindliche Maßstäbe?Zeitgemäß ist, was die Mehrheit der Bevölkerung will. Was die Mehrheit der Bevölkerung will, ist richtig. Also ist das Zeitgemäße richtig. 1933 wollte die Mehrheit der Bevölkerung Adolf Hitler als Reichskanzler. Das war zeitgemäß und damit richtig. Oder vielleicht doch nicht? So viel zu den Tücken, mit dem Begriff "zeitgemäß" zu argumentieren.
 

MRZ
29
bekien, 12:27 Uhr

Herrgott...........ich denke, wir haben ein Problem! Kann das sein? Wohin entwickelt sich den die Spezies Mensch wirklich?

MRZ
29
Ingo, 10:57 Uhr

alternativ arbeiten?

Zitat Heiliger Bimbam "Werden die kirchlichen Feiertage abgeschafft, müssen die Tanzhungrigen statt dessen in die Arbeit. Maloche statt Tanzen. Ist das so schwer zu kapieren? Deshalb: eine paradoxe Diskussion." Wieso abschaffen? Man könnte ihn auch durch einen staatlichen Feiertag ersetzen! Denn es ist ja nicht so das die Kirchen den wirtschaftlichen Ausfall durch diesen freien Tag ersetzen. Auch ich als Atheist trage durch meine arbeit dazu bei das wir ein paar extra freie Tage haben. Ingo

MRZ
28
Seneca Aquileiensis, 21:57 Uhr

Wir amüsieren uns noch zu Tode.

Das feindselige, bisweilen gar zynische atheistische Gebaren einiger Foristen erinnert mich stark an Zeiten, in denen es staatlich verordneten Atheismus mit all seinen verheerenden, menschenverachtenden Folgeerscheinungen gab und noch gibt (z.B. in Nordkorea). So ähnlich muss es auch in Sodom und Gomorrha zugegangen sein; was im Alten Testament als Strafgericht Gottes dargestellt wird, war historisch gesehen eine selbstverschuldete Selbstauslöschung. Aber es ist ja "zeitgemäßer", sich bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit bis zur Besinnungslosigkeit zu vergnügen als sich Rechenschaft abzulegen für den Sinn und Unsinn des eigenen Tuns und Lassens.

MRZ
28
Li Mette, 18:27 Uhr

Warum sollten Veranstaltungen in geschlossenen Räumen stören? etwa Schach spielen????

http://www.nordbayern.de/region/weissenburg/schachern-um-die-karfreitagsruhe-1.1961201......erlaubt ist ja auch sowas:http://www.neuepresse.de/Hannover/Uebersicht/Tausende-beim-Car-Freitag...Man könnte diesen Event natürlich auch unter religiösen kultartigen Handlungen verbuchen.

MRZ
28
Bildungsfreund, 17:12 Uhr

Was ist zeitgemäß?

"Die Wahrheit kennt weder Zeit noch Stunde. Ihre Stunde schlägt immer dann, wenn sie am unzeitgemäßesten zu sein scheint." Albert Schweitzer

MRZ
28
Agnostikerin, 17:02 Uhr

verzichte gerne auf tanzen

Also verzichte gerne ein paar Tage im Jahr aufs tanzen wie es hier von manchen christlichen Fundamentalisten gefordert wird. Allerdings will ich gerne selbst entscheiden wann, ob zu Ostern, Weihnachten, Ramadan, dem Frauenkampftag, dem Tag der Arbeit oder sonstwann. Wann ich nicht tanze sollte mir überlassen bleiben, da brauch ich keine Kirche die mir das vorschreibt.


MRZ
28
Laizist, 16:57 Uhr

rumheulende Christen

@ Neu-Ulmer "wie schlimm steht es um unsere Kultur, wenn die Kirchen einem solchen Gesinnungsterror ausgesetzt werden. Eigenartiker Weise wird nur gegen die christlichen Kirchen gehetzt und die selben Hetzer kuschen vor dem Islam." Ähm, soweit ich weiß gibt es an Ramadan kein gesetzliches Tanzverbot. Ebensowenig an Feiertagen anderer Religionen. Es sind nur die Christen die sich anmaßen mir vorschreiben zu wollen wan ich tanzen darf und wann nicht. Mir ists völlig egal ob jemand an Johova, Allah, Buddha, Shiva oder sonstwen glaubt, aber er soll mir nicht in meine private Lebensführung reinreden. Religon sollte Privatsache sein, wer beten will darf dies tun, aber mich soll niemand zwingen dürfen wann ich zu tanzen habe und wann nicht.

MRZ
28
Giordano Bruno, 16:47 Uhr

Kirchenprivilegien im Bürgerhaushalt

Vor paar Tagen per mail bekommen, ich Teils hier mal, passt ja zum Thema Kirchenprivilegien: Trennung von Staat und Kirche ein Top-Thema im Bürgerhaushalt Stuttgart Zum zweiten mal findet derzeit der sogenannte Bürgerhaushalt in Stuttgart statt. Bürger konnten online Vorschläge einbringen und können diese nun zwischen dem 18.März und dem 8.April bewerten, die 100 bestbewerteten werden vom Gemeinderat behandelt. Ein oft diskutiertes Thema ist die Trennung zwischen Staat und Kirche, beispielsweise die staatliche Finanzierung von kirchlichen Tendenzbetrieben, die Abschaffung der kirchlichen Austrittsgebühr oder auch der städtische Bau von Gotteshäusern. Dass der Bürgerhaushalt auch in dieser Hinsicht durchaus etwas bewegen kann, selbst mit Vorschlägen welche nicht unter die Top 100 kommen, hat bereits der erste Bürgerhaushalt gezeigt: Der öffentliche Hinweis auf die mangelnde weltanschauliche Neutralität der Stuttgarter Straßenbahnen hat diese offensichtlich dazu bewogen neben religiöser endlich auch atheistische Werbung zu erlauben, was sie zuvor noch konsequent ablehnte. Hier eine Übersicht von Vorschlägen welche dieses Thema betreffen, positiv wie negativ: Keine Sonderkonditionen für Kirchen www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/4461 Kirchenaustrittsgebühr abschaffen www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3226 Keine städtische Förderung von Tendenzbetrieben www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3100 Mehr Kirchenmittel für Kitas www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3849 Errichtung eines großen Gotteshauses der christlichen Orthodoxie in Stuttgart www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3159 Glocken von Kirchen und Rathaus nur zu besonderen Anlässen läuten lassen www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3053 Interkulturelles Bet- und Lehrhaus in Stuttgart www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/4811 Eine Moschee bauen www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/4471 Umbau der Kindergärten der Kirchengemeinden im Fasanenhof fördern www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3090 Gleiche Förderung von allen Kita-Trägern www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/4240 Bildungsvielfalt in Stuttgart fördern - Schulen freier Träger mit 90% fördern www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/2984 Eine Anmeldung für den Bürgerhaushalt ist unter www.buergerhaushalt-stuttgart.de/user/register möglich.

MRZ
28
Bildungsfreund, 16:47 Uhr

Feiertage als Kulturgut wertschätzen und pflegen!

Eine säkulare Gesellschaft, die sich respektvoll verhält gegenüber den Traditionen, die unseren Kontinent maßgeblich geprägt haben, tut sich selbst nur das Beste. Sonn- und Feiertage sind kulturelle Errungenschaften, die allen zugute kommen, seien sie Christen oder Nichtchristen. Ein Feiertag wird aber nur dadurch zum Feiertag, dass er sich vom Alltagsgetriebe abhebt. Schon die Weimarer Verfassung von 1919 trug dem Rechnung: «Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt» (Art. 139) und die Mütter und Väter des Grundgesetzes wussten genau, weshalb sie diesen Artikel (als Art. 140) ins Grundgesetz übernahmen. Die Formulierung «seelische Erhebung» mag altmodisch klingen. Aber ihrer inhaltlichen Bedeutung nach ist sie heute um keinen Deut weniger zeitgemäß als noch vor rund hundert Jahren. «Seelische Erhebung» kann beispielsweise darin bestehen, dass man den Karfreitag als besondere Gelegenheit wahrnimmt, statt nur an sich selbst auch an die Sorgen und Nöte anderer Menschen zu denken und so ein Stück über sich selbst hinauszuwachsen. Feiertage bieten also über ihre religiösen Ursprünge und Bestimmungen hinaus Chancen zum Innehalten, zur Selbstreflektion und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Demokratie («Volksherrschaft») im alten Athen gründete auf dem «zoon politikón», frei übersetzt: «der dem Gemeinwohl verpflichtete freie Bürger». Und schon damals fürchtete man um den Fortbestand der Demokratie, wenn jeder nur noch an seine eigenen Wünsche und Interessen denkt. Deshalb wäre es lohnend, das Tanzverbot am Karfreitag einmal unter diesem Gesichtspunkt zu reflektieren.